Was ist Menschenhandel?

Mehr als eine Millionen Männer suchen täglich in Deutschland Prostituierte auf. Dabei kommen sie aber auch mit Opfern von Menschenhandel in Kontakt. Jährlich werden tausende Frauen über Netzwerke der organisierten Kriminalität nach Europa geschleust und hier für 2.000 – 10.000 Euro an Zuhälter und Bordelle weiterverkauft. Mit diesen Frauen werden Milliardengewinne erzielt. Die meisten von der Polizei registrierten Opfer von Menschenhandel kommen aus den mittel- und osteuropäischen Ländern. An erster Stelle steht Russland dicht gefolgt von Litauen, Bulgarien, Ukraine, Polen, Rumänien, Weißrussland und Lettland. Aber auch Frauen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Türkei sind betroffen.

Treibende Kraft für einen Weggang der Frauen und Mädchen ist oft die ausweglose Situation im eigenen Land. Armut, Perspektivlosigkeit und der Traum vom goldenen Westen machen es Menschenhändlern leicht, Frauen mit falschen Versprechungen anzuwerben. Ihre Illusionen werden zusätzlich von Erfolgsgeschichten zurückkehrender Frauen – die nicht die ganze Wahrheit erzählen wollen oder können – bestärkt.

Zwar wissen manche Frauen, dass sie sich prostituieren sollen, doch über die tatsächlichen Umstände und Arbeitsbedingungen erfahren sie nichts.

Doch der größere Teil der Frauen und Mädchen wird durch falsche Versprechungen wie z. B. als Haushaltshilfe, Kindermädchen etc. nach Deutschland gelockt.

Angekommen im vermeintlich besseren „Leben“ übersteigt die Realität meist ihre schlimmsten Befürchtungen: Sie erleiden Gewalttaten durch ihre Zuhälter und Freier, werden ausgebeutet, erpresst und bedroht. Manche müssen bis zu 20 Freier am Tag bedienen und werden somit auch einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Zu alledem fehlt ihnen jegliche Aussicht auf eine lebenswertere Zukunft.

Wie viele Frauen in Stuttgart zur Prostitution gezwungen werden und die unter Menschenhandel fallen, ist nicht bekannt, die Polizei Stuttgart deckt im Jahr zwischen 5 und 15 Fälle auf, in denen es sich tatsächlich um Menschenhandel handelt. Es fehlen die nötigen, vor allem übereinstimmenden Aussagen um rechtliche Schritte, gegen solche Menschenhändler vorzunehmen.