Situation der Frauen im Zielland

Angekommen im Zielland, sind die Frauen den Tätern schutzlos ausgeliefert. Als erstes wird ihnen ihr zukünftiger Arbeitsplatz zugeteilt, z. B. Straßenstrich, Bordell oder ähnliches. Mit dem Vorwand den Frauen ein Visum zu besorgen, werden ihnen Papiere und Pässe abgenommen. Die Frauen werden durch sexuelle, körperliche und psychische Gewalt aber auch durch die Verabreichung von Drogen, Alkohol und Medikamenten gefügig gemacht. Sie werden eingesperrt, erpresst, bedroht und ausgebeutet, erleiden Schlaf- und Nahrungsentzug. Die Zuhälter kassieren von den Mädchen überhöhte Verpflegungskosten und angebliche Schulden ein, so dass den Frauen kaum etwas von ihrem Verdienst bleibt.

Ohne den eigenen Pass, verlässliche Beziehungen, mangelnde Sprach- und Ortskenntnisse sind sie besser kontrollierbar und sie haben kaum eine Chance, sich den Händlern oder Zuhältern zu entziehen.

Die Zuhälter geben vor, gute Beziehungen zur Polizei zu haben und drohen ihnen, dass sie ihre Familie über ihre Arbeit in der Prostitution informieren. Aufgrund dieser Faktoren trauen sich nur wenige Frauen gegen ihre Peiniger auszusagen. Ein weiterer Punkt, warum es nicht zu Aussagen kommt, ist dass die meisten Frauen bei Razzien in Bordellen aufgegriffen werden und ihnen die sofortige Abschiebung droht.

Kommt es doch zu einer Aussage ermöglichen es nur Zeugenschutzprogramme, die oft ein bis zwei Jahre dauernden Prozesse durchzustehen. All dies führt dazu, dass es nur selten zu Verurteilungen der Täter kommt.