Bus als Treffpunkt:
Der Bus dient für die Prostituierten als Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeit. Für Betroffene dient dieser Bus zur Information und Beratung. Dies ist meist die Einzigste Möglichkeit um Vertrauen zu den Prostituierten zu bekommen. Die Frauen sollen dies als Möglichkeit zur Ärztlichen Untersuchung und Gesundheitsprävention sehen, und sich hierbei aufklären zu lassen. Freierwarnung und Krisenintervention, gehören zum Alltag der Sozialpädagoginnen die diesen Bus betreuen. Mitarbeiter sind regelmäßig unterwegs auf dem Gebiet des Straßenstrichs. So können sie frühzeitig Veränderungen und Trends erkennen. Die Prostituierte befinden sich oft in einer schwierigen sozialen und gesundheitlichen Situation. Die Frauenberatung hilft ihnen ihre vorhandenen Stärken und Fähigkeiten zu nutzen und ermutigt diese zum Ausstieg aus der Prostitution.
Die Kober ist eine Beratungsstelle in Dortmund, die sich mittlerweile etabliert hat unter der Trägerschaft des Sozialendienstes katholischer Frauen. Die Sozialpädagoginnen, Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen helfen den Frauen beim Ausstieg aus dem Milieu und beraten diese in Gesundheitsfragen und präventivem Schutz. Die Stadt finanziert anteilig die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle. Außerdem bezuschusst das Land das Ausstiegsprojekt und mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds wird die Umschulung der Aussteigerinnen unterstützt. Kober hat einen festen Standort in Dortmund. Sie verfügen zudem über einen umgebauten VW-Bus und einen Beratungscontainer. Die Beratungsstelle ist 6 Tage die Woche geöffnet. Ungefähr nehmen zwischen 150 und 170 Frauen das Beratungsangebot an.
Vom Sozialdienst katholischer Frauen und Ordnungsamt der Stadt werden in den Verrichtungsboxen die Prostituierten bewacht und kontrolliert. Die Prostituierten lassen sich auf der Zufahrt zur Scheune ansprechen und gehen dann in die Verrichtungsboxen mit ihren Freiern. Falls eine bedrohliche Situation entsteht, kann die Prostituierte Alarm schlagen. Kolleginnen oder Sozialarbeiten kommen dann zur Hilfe um die Prostituierte vor ihrem Freier zu schützen. Die Sozialarbeiterinnen helfen bei Gefahr oder hören zu bei Problemen der Frauen. Auf dem Gelände der Kantine können die Frauen duschen und sich ausruhen. Die Sozialarbeiter helfen bei Drogenproblemen, rechtlichen Fragen oder auch familären Schwierigkeiten. Zudem schaut eine Polizistin jeden Tag nach den Prostituierten. Sie sorgt für Schutz vor Gewalttaten und vermittelt das Gefühl von Sicherheit. Außerdem werden vom Sozialamt Kondome verteilt, die Prostituierte vor Krankheiten schützen.
Ungefähr 370 bis 400 Frauen arbeiten auf dem legalen Straßenstrich. Kober hilft den Frauen zurück in die Gesellschaft zu finden und ihr Leben zu normalisieren. Neben Psychologischem Beistand steht den Prostituierten eine Schuldnerberatung und ein Sozialarbeiter zur Seite. Die Rückfallquote der Aussteigerinnen ist hoch. Wenige schaffen es nur kurze Zeit von der Straße wegzukommen. Beraterinnen verteilen Kondome um vor ungeschützten Sex zu warnen. Die Prostituierten können sich regelmäßig kostenlos und anonym durchchecken lassen in dem Beratungscontainer.