Um mehr und vor allem tiefgründigeres Material für unser Projekt zu finden, haben wir uns die Mühe gemacht, nach Stuttgart zu fahren um mit jemanden zu sprechen, der sich Tag ein Tag aus mit diesem Thema befasst.
Ist die Prostitution erwünschenswert?
Die Sicht der Polizei ist recht einfach zu erklären: Ihre Aufgabe ist es nicht zu beurteilen ob es richtig oder falsch ist sich zu prostituieren, das wäre eine Gesellschaftsfrage, sondern ihre Aufgabe ist es, dass alle Gesetze dabei eingehalten werden und der soziale Friede geschützt wird.
Die Gesellschaft ist zum Thema Prostitution in drei Teile gegliedert.
Der 1. Teil sieht die Prostitution als menschenunwürdig und würde sie gerne verbieten.
Der 2. Teil ist weder groß dafür noch sehr dagegen, sie möchten meistens nur, dass alles „mit rechten Dingen zugeht“ – also dass die Frauen das nicht machen müssen bzw. dazu gezwungen werden sollen, aber die, die es machen wollen, es eben machen sollen. Gewissermaßen könnte man die Polizei zu diesem Teil dazu zählen.
Der 3. Teil ist – wie der erste – auch wieder eine Extreme. Dieser Teil meint, dass es ein Job ist wie jeder andere und man damit auch genau so umgehen sollte.
Finanzielle Aspekte
Was für die Frauen wichtig
wäre, ist das sie sich versichern. Da sie Selbständig sind, müssen sie sich Privat versichern und sich
ihre Rente selbst zur Seite legen bzw. über die Rentenversicherung absichern. Das machen allerdings die wenigsten
Frauen, da sie schon sehr viele Abgaben an ihren „Freund“ haben. Die Mädchen nennen ihren Zuhälter, ihren
Freund. Selbst in seriösen Objekten müssen die Frauen ca. 50 % abgeben, da ist dann aber noch nicht das
Geld für den „Freund“ dabei – es gibt keine Frauen ohne „Freund“ – das ist Milieugesetz. So werden die meisten
Frauen nach Beenden ihrer Arbeit als Prostituierte Sozialfälle.
Dass Frauen oft als Selbstständig zählen, stellt auch für das Finanzamt ein Problem dar. Auch sie möchten etwas von deren Gewinn abhaben und deswegen haben sie eine Steuerpauschale von 25 € monatlich eingeführt.
Bei der Polizei in Stuttgart ist man froh, das die Bordelle nicht so konzentriert liegen wie in anderen Städten – bekannt dafür, St. Pauli – da so mehr soziales Verhalten gegeben ist. Wenn hier irgendwas nicht mit rechten Dingen passiert, greifen hier Nachbarn schneller mal nach dem Hörer und verständigen die Polizei, als das einer auf den sogenannten Sexmailen tun würde. So sollen weniger Gewalt und weniger Drogen im Spiel sein als anderswo. Doch nicht ohne Grund nennt man Koks den „Kaffee der Nutten“. Auch der Alkohol- und Zigarettenverbrauch liegt bei dieser Erwerbstätigkeit extrem hoch.
In der Stadt Stuttgart gibt es 20 Mitarbeiter im Ermittlungsdienst Prostitution. 16 davon in Schichten:
Das ist eine Stuttgarter Besonderheit.